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Was ist eigentlich Heuschnupfen?

Geschrieben von: In: Allgemein 11 Apr 2011 Kommentare: 0

Heuschnupfen oder POLLINOSIS (das hat also etwas mit “Pollen” zu tun) oder RHINITIS ALLERGICA (also eine “Entzündung des Nasen-Rachenraums” auf allergischer Grundlage) gehört zu den Krankheiten des “atopischen Formenkreises” (wie z. B. auch NEURODERMITIS).
Eine Atopie ist eine Neigung zur Überempfindlichkeit: Auf einen winzigen Reiz reagiert der Körper mit übertriebener Heftigkeit.
Es handelt sich also um eine Erkrankung des Immunsystems. Durch einen Erstkontakt mit einem ganz bestimmten Stoff (z. B. Pollen eines Baumes) erfolgt eine SENSIBILISIERUNG gegen diesen Stoff. Der wird damit zum ALLERGEN und bei einem später folgenden Kontakt reagiert das sensibilisierte Immunsystem extrem stark.
Wie kommt es dazu?

Beim ersten Kontakt werden bestimmte Botenstoffe (ImmunglobulinE = IgE) gebildet und das führt zur Sensibilisierung. Konkret passiert das dadurch, dass sich diese IgE Zellen mit Ihren “Füssen” auf die Mastzellen setzen und diese damit sozusagen “scharf” machen – sensibilisieren.
Bei einem späteren erneuten Kontakt mit dem Allergen (z. B. den Pollen) wird aus den nun aktivierten Mastzellen Histamin ausgeschüttet. Und dieses macht die bekannten Symptome in den oberen Luftwegen: Nasen/Rachenraum/Augen.
Die bekannteste Form der Pollinosis ist der “saisonale Heuschnupfen”, ausgelöst von bestimmten Pollen zu bestimmten Jahreszeiten, in der Regel im Frühling (und auch im Herbst).
Es gibt daneben aber auch noch die allergische Reaktion auf Hausstaub, das ist in der Regel eine Allergisierung gegen Hausstaubmilben.

Zur gleichen Krankheitsgruppe zählen auch die berufsbedingten Allergien (Rhinitis allergica). Diese richten sich gegen bestimmte Stoffe, denen man im Rahmen der beruflichen Tätigkeit besonders ausgesetzt ist (z. B. gegenüber Haarfärbemitteln beim Friseur oder bei Latexhandschuhen im medizinischen Bereich).

WAS SIND DIE SYMPTOME?

  • Niesen/Niesanfälle
  • Juckreiz (Pruritus)
  • Sekretion (Nase läuft)
  • Obstruktion (Nase verstopft)
  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

WARUM IST DAS GEFÄHRLICH/ WELCHE FOLGEN KANN EIN HEUSCHNUPFEN HABEN?

Im Anfall kann es zu Atemnot kommen bis zu Asthma-ähnlichen Anfällen. In späteren Jahren kann sich ein echtes allergisches Asthma entwickeln.

Bei Kleinkindern und Jugendlichen kann es zu Wachstumsstörungen kommen, zu Leistungsabfall und sogar Zahn- und Kieferfehlstellungen.

Sehr häufig ist die Ausweitung des Allergiespektrums entweder in der gleichen Gruppe: also dass man z. B. auch auf andere Pollen reagiert oder dass sich die Sensibilisierung z. B. von Pollen auf Nahrungsmittel ausweitet. Dies beobachten wir besonders häufig, wenn die Behandlung auf unterdrückende Weise geschieht. (Weiteres siehe unter “Therapie”).

KANN ES JEDEN TREFFEN? VERBREITUNG?

Im Prinzip ja, das Immunsystem ist laufenden Veränderungen unterworfen. Eine gründliche Studie aus der Schweiz hat gezeigt, dass 1928 ca. 1% der Bevölkerung an Heuschnupfen erkrankt war, und 1998 bereits ca. 12%. Pollinosis ist also eine stark zunehmende Erkrankung. Ganz aktuelle Untersuchungen belegen, dass Heuschnupfen immer weiter zunimmt.

Am häufigsten stellen wir Heuschnupfen fest bei ATOPIKERN, also bei Menschen, die eine Überempfindlichkeit Ihres Immunsystems haben, z. B. Neurodermitis.

Die am stärksten betroffene Altersklasse sind Kinder ab 5 Jahren und Jugendliche (zusammen ca. 15%). Mit zunehmendem Alter geht die Rate etwas zurück auf ca. 12-13% in der Gesamtbevölkerung.

Ab der Lebensmitte, so etwa ab ungefähr 50 Jahren reagieren die Mastzellen bei den meisten Menschen schwächer, so dass die Heuschnupfenplage leichter wird oder sogar ganz verschwinden kann.

Leider beobachten wir aber auch gelegentlich, dass sich eine Pollinosis erst in mittlerem Lebensalter erstmals zeigt. Hier liegen dann oftmals immunologische Veränderungen vor, dabei spielt sehr häufig der Darm als größtes Organ des Immunsystems eine besondere Rolle (Entzündungen der Schleimhaut und Fehlbesiedelungen).

URSACHEN FÜR DIE ZUNAHME von Heuschnupfen?

Die meisten Forscher machen die zunehmende Urbanisierung (Verstädterung) für die Zunahme von Heuschnupfen verantwortlich. Smog, Luftverschmutzung und erhöhte Ozonwerte, sowie nicht zuletzt die globale Erwärmung durch den Klimawandel verlängert die Expositionszeit (Aussetzung) gegenüber Pollen und oft auch deren Blütezeit.

In der ALEX Studie (PD Dr. von Mutius) konnte 1999 gezeigt werden, dass Bauernkinder so gut wie nicht an Heuschnupfen (und anderen atopischen Erkrankungen) erkranken.

In den modernen isolierten Wohnhäusern selbst wird durch die erwünschte Wärmeisolation leider auch die natürliche Luftzirkulation eingedämmt oder unterbrochen, so dass wir länger sensibilisierenden Pollen ausgesetzt sind. Auf diese Weise kommt es auch immer häufiger zu einer Allergisierung gegenüber den eigenen Haustieren.

Zudem scheint Stress eine wichtige Rolle zu spielen. Bei dauerhaft erhöhtem Stress kommt es häufiger zu Heuschnupfen.

WENN MAN NICHT VON HEUSCHNUPFEN BETROFFEN IST, KANN MAN ETWAS TUN, UM KEINEN HEUSCHNUPFEN ZU BEKOMMEN? (Vorbeugen?)

Das ist sehr schwierig, weil im Grunde jeder eine Allergie bekommen kann. Allerdings kann man die Wahrscheinlichkeit vermindern:

An der Nordsee ist der Pollenflug wesentlich reduziert, so ist eine Sensibilisierung/Allergisierung seltener. Ein Aufenthalt an der pollenarmen See hilft auch häufig, eine bestehende Pollinosis zu reduzieren und erträglicher zu machen, manchmal verschwindet der Heuschnupfen auch ganz.

Es ist sicher auch eine gute Idee, auf eine geregelte Ernährung mit einer gesunden Darmfunktion zu achten. Insbesondere sollten längerdauernde oder wiederkehrende Entzündungen der Darmschleimhaut konsequent behandelt werden, um eine Veränderung des Immunsystems in Richtung Sensibilisierung zu vermeiden. Mit der Colon-Hydro-Therapie sehen wir oft überraschend gute Ergebnisse.

(Praktische Tipps auch unter “Hausmittel”)

WIE BEHANDELT MAN HEUSCHNUPFEN?

Bei Kindern und Jugendlichen ist in der Regel eine naturheilkundliche Behandlung die beste Wahl. Wenn man mit diesen Mittel zuwenig oder keinen Erfolg hat und in schlimmen Anfällen oder in Notsituationen greift man auch auf schulmedizinische Methoden zurück – und ist froh, diese zur Verfügung zu haben. (näheres unter “schulmedizinische Therapie”).

Wie gehen wir am Besten vor?

Zunächst hangt das immer auch vom Behandler ab, welche Methoden mit welchem Erfolg eingesetzt werden:

Sehr gute Ergebnisse haben wir mit BioResonanz (z. B.  Bicom, RayoComp, Holimed etc.).

Die Akupunktur kann in den Händen eines kundigen Therapeuten eine sehr gute Wahl sein. So gibt es unter anderem in der Ohrakupunktur an der höchsten Stelle der Ohrmuschel den AllergiePunkt, der häufig bei Heuschnupfen sensibel ist und dann auch Erleichterung verschaffen kann.

Die Homöopathie bietet eine ganze Reihe bewährter Arzneien (subjektive Auswahl):

  • Heuschnupfenmittel DHU 3-5x tägl. ca. 15gtt
  • Pollennosoden der Fa. ARCANA LM6/ LM12/ LM18
  • Euphorbium comp SN Nasentropfen zusammen mit Lymphomyosot (Tabl.) der Fa. Heel; ggf. auch in Ampullenform
  • TIPP: Die Fa. HEEL bietet eine sehr praktische Sprühflasche für Ampullen an, so dass man sich den Ampulleninhalt selber ins Gesicht sprühen kann und nicht unbedingt durch den Arzt in die Haut spritzen lassen muß!
  • Gencydo Ampullen (Weleda) in unterschiedlicher Konzentration 0,1-3% zur s.c. Injektion in den Nacken, kann man aber auch sprühen oder trinken
  • Galphimia glauca D3-D12 (nach Prof. Matth. DORSCI: “Das Mittel zur unspezifischen Sensibilisierung”)
  • Acidum form/ Formica rufa
  • Alium cepa (Zwiebel)
  • Psorinum C1000
  • Echinacea D3

.

Seit vielen Jahren sehr bewährt hat sich die Behandlung mit echten biologischen Immunmodulatoren, wie Spenglersan oder Polysan und ähnlichen Präparaten. Die Wirkweise erfolgt über die sogenannten HAPTENE, das sind Aktivatoren des unspezifischen Immunsystems. Hierzu gibt es inzwischen auch eine ganze Reihe positiver wissenschaftlicher Studien (z. B. in “Die Naturheilkunde” 1/2008 oder in “Ärztezeitschrift für NHV” 43, 9 (2002) und “Co-Med” 05/08 etc).

Bei Heuschnupfen verordne ich gern und mit spürbarem Erfolg eine Kombination aus Spenglersan Kolloid K Nasenspray 3-5x tägl. zusammen mit Neolin Entoxin 3×5 Trpf. in 1 Glas Wasser, auch das sind Haptene.

Die besten Erfahrungen haben wir mit der Herstellung von potenziertem Eigenblut gemacht – das ist dann eine echte Gegensensibilisierung oder Desensibilisierung. Man geht bei der Eigenbluttherapie ebenfalls davon aus, dass die Wirkung über die spezifischen Immunmodulatoren erfolgt, also über die Haptene.

Es gibt hier 2 Formen:

1) Gegensensibilisierung nach Theurer:

Dabei wird ein Tropfen Blut des Heuschnupfenpatienten in eine spezielle Nährlösung mit einem Aktivator inkubiert und über mehrere Stufen potenziert. Dabei entstehen “Haptene”, biologisch aktive Vorstufen. Dies konnte bis vor einigen Jahren in der Firma VitOrgan durchgeführt werden (Kosten ca. 330,- Euro). Wir stellen diese “Tröpfchen”  selber in der Praxis her (Kosten ca. 120,- Euro).

2) Modifiziertes Eigenblut nach Hedwig Imhäuser - auch zum Selbermachen!

Hierzu benötigt man:

  • 3 Braunglas Fläschchen mit 20ml Volumen aus der Apotheke
  • eine Tropfpipette
  • sowie 25% Alkohol und 60% Alkohol (das kann auch “normaler Alkohol” zum Trinken sein, sofern die Konzentration stimmt.)

Nun braucht man noch einen Tropfen Blut. Der muß nicht aus der Vene kommen, Kapillarblut genügt. Das kann man mit einem kleinen Pieks in die Fingerbeere oder ins Ohrläppchen gewinnen, Diabetiker machen das schon seit Jahrzehnten selber, um den Blutzuckerspiegel zu messen.

Diesen Tropfen Blut gibt man in das erste Fläschchen und fügt dann 100 Tropfen 25% Alkohol hinzu, das sind ca 2,5-2,7 ml. Dadurch entsteht eine Mischung im Verhältnis 1:100. In der Homöopathie nennt man das C1 (“C” für centi=hundert), also die erste Stufe der Hunderter Verdünnungsreihe. Wenn man nun diese Blut-Alkoholmischung 5x  gegen einen Buchrücken klopft, so kommt es zu einer Durchmischung, die Homöopathen sprechen von Dynamisierung und Potenzierung, die “C1” entsteht.

Den Inhalt dieses Flächchens giesst man ab. Die Glasinnenwand bleibt benetzt von einem kleinem Resttropfen. Diesem Rest fügen wir im gleichen Fläschchen erneut 100 Tropfen Alkohol (diesmal 60%) hinzu, klopfen 5x gegen einen Buchrücken und haben die C2 gewonnen.

Auch diesen Inhalt  giessen wir ab, der auf der Glaswand verbleibende Rest wird wiederum mit 100 Tropfen 60%Alkohol ergänzt, 5x gegen einen Buchrücken geklopft =die  C3 ist entstanden.

Den gleichen Vorgang noch 2x wiederholt und wir haben schliesslich die C5 erreicht. Diese Mischung wird nun nicht verworfen, sondern mit 60% Alkohol weiter aufgefüllt. Dies ist jetzt die Potenz, die beim aktuen Heuschnupfenanfall verwendet wird. Man nimmt bei Heuschnupfen 3 x 5-20  Tropfen, bei Bedarf auch öfters.

Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, noch zwei weitere Potenzierungsstufen weiter zu machen:

Aus dem Fläschchen mit der Beschriftung C5 entnehmen wir diesmal mit der Pipette einen Tropfen der darin enthaltenen Lösung und tropfen diesen einen Tropfen in das zweite Fläschchen, fügen 100 Tropfen 60% Alkohol hinzu, potenzieren durch 5x Klopfen auf den Buchrücken und erhalten die C6. Diese diesmal aber nicht abgiessen, sondern mit Eigenblut C6 und dem aktuellen Datum beschriften.

Auf gleichem Weg erhalten wir auch die C7. Diese auch beschriften mit Eigenblut C7 und dem aktuellen Datum.

Nun stehen insgesamt 3 Fläschchen zur Verfügung Eigenblut (=EB) C5; EB C6 und EB C7, jeweils mit Datum.

Die EB C5 verwenden wir vor allem beim akuten Anfall.

EB C6 und EB C7 sind sehr gut zur Vorbeugung geeignet, solange noch kein Pollenflug zu verzeichnen ist. Man beginnt mit der höheren Potenz, also mit der EBC7 3×5 Tropfen und erhöht jeden Tag um einen Tropfen, so dass man nach 14 Tagen 3×20 Tropfen erreicht hat.

Dann nimmt man die C6. Auch hier beginnt man wieder mit 3×5 Tropfen und steigert sich langsam bis auf 3×20 Tropfen. Falls sich eine Reaktion zeigen sollte, wie Symptome von Heuschnupfen, dann pausiert man, bis diese Symptome sich zurückgebildet haben. Danach beginnt man wieder auf der gleichen Stufe.

Am intensivsten wirken die Tropfen, die aus frischem Heuschnupfenblut gewonnen werden.

Die Selbstherstellung von Eigenbluttropfen ist eine sehr preisgünstige und vor allem wirksame Therapie, die leicht anzuwenden ist.

WAS TUN, WENN DAS ALLES NICHT HILFT- SCHULMEDIZINISCHE THERAPIE?

 

Aus unserer Sicht sollte bei Heuschnupfen erst dann zu schulmedizinischen Mitteln gegriffen werden, wenn die naturheilkundliche Therapie nicht oder nicht genügend Erleichterung geschaffen hat. Im Einzelfall kann aber auch eine frühe schulmedizinische Behandlung nötig sein, z. B. bei immungeschwächten Patienten im Krankenhaus oder bei sehr alten oder multimorbiden Patienten (mit vielen Erkrankungen).

Eine zentrale Rolle nehmen die “Antihistaminika” ein. Das sind Medikamente, die die Freisetzung der Histamine aus den Mastzellen unterbinden. Antihistaminika werden entweder systemisch also als Tablette oder Tropfen eingenommen, das ist für Erwachsene gut geeignet. Bei Kindern ist es besser, Antihistaminika lokal zu geben, als Nasentropfen oder Spray.

Typische aktuelle Vertreter (der zweiten und dritten Generation, auch H1 Antagonisten genannt) sind Cetirizin (Handelsname z. B.  Zyrtec, Reactine) und Loratadin (Handelsname z. B. Lisino, Claritine), bzw. deren Abkömmlinge. Diese Mittel machen kaum mehr müde. Die veralteten Antihistaminika erster Generation setzt man kaum noch ein, weil diese ins ZNS gelangten und dort Müdigkeit, Kopfweh auslösten. Ausscheidung von Cetirizin über Leber 40% und Niere 60%. Cetirizin wirkt kompetitiv, Loratadin verdrängend am Rezeptor. Weitere bekannte Handelsnamen sind LivoCab und Allergodil.

Ebenfalls an den Mastzellen greifen die der Di-Natrium-Chromo-Glycin-Säure oder auch CromoGlicinSäure oder DNCS. Das sind  verwandte Mittel, die sich dadurch unterscheiden, als Cromoglycinsäure die Freisetzung von Entzündungsmediatoren aus den Mastzellen hemmt und damit in der Folge auch kein Histamin freigestzt wird. Der Angriffspunkt ist also gewissermaßen “eine Stufe höher”. Das Medikamentengruppe benötigt ca. 2-4 Woche, bis ein ausreichender Spiegel im Blut entsteht, die Mittel werden also in der Regel zur Vorbeugung eingesetzt.

Bekannte Handelsnamen für Cromoglycinsäure sind: Vividrin Nasenspray und Augentropfen, Fenistil, Soventol, Intal und Allergocrom. Nach unserer Erfahrung zur lokalen Anwendung - also als Tropfen oder Spray – auch bei Kindern geeignet, als Tablette besser nur für Erwachsene.

Auch Cortison (Dexamethason, Prednisolon) ist IM NOTFALL ein sehr wertvolles Mittel, das allerdings nicht in die Routinetherapie gehört!

NICHT empfehlenswert unserer Sicht sind die häufig eingesetzten abschwellenden Mittel (Handelsnamen wie Otriven, RhinoStop, Olynth). Diese Mittel wirken über die Verengung der Blutgefäße in der Nasenschleimhaut zwar zunächst sehr schnell, führen dann aber zur Gewöhung. In der Folge muß die Dosis laufend erhöht werden, bis kein Mittel mehr anschlägt.

Häufig wird eine “De- oder Hyposensibilisierung” empfohlen (Spezifische Immun Therapie SIT). Hierbei wird eine laufend ansteigenden Dosis des allergieauslösenden Stoffes in der Regel unter die Haut gespritzt (subcutan) oder unter der Zunge gelutscht (SLIT) und somit soll der Körper langsam daran gewöhnt werden.

Leider haben wir hiermit seit Jahrzehnten keine besonders guten Erfolge gesehen, es kommt relativ häufig zu heftigen Reaktionen, wenn die Dosis erhöht wird. Oft wird auch die Reaktion nicht lange genug in der Arztpraxis beobachtet, wenn die lokale Reaktion nach 3o Min. abklingt. Systemische Reaktionen (in Richtung allergischer Schock) auch nach 12 Std. sind nach unserer Erfahrung keine Seltenheit. Und dann ist in der Regel keine adäquate medizinische Versorgung zur Stelle.  Wenn die Desensibilisierung nicht optimal durchgeführt wird, stellen sich häufig auch Allergieausweitungen entweder auf andere Pollensorten ein oder sogar zu ganz anderen Allergenen wie Nahrungsmitteln.

Im Verhältnis zum unklaren Ergebnis erscheint aus unserer Sicht diese Behandlungsform zu risikoreich, insbesondere, da es deutlich bessere Behandlungen und risikoärmere Behandlungsformen gibt (siehe oben).

GIBT ES VORBEUGEMASSNAHMEN?

  • Allergene vermeiden – Nordsee, Hochgebirge
  • Tagsüber Fenster geschlossen halten und nur abends lüften
  • Abends die Haare waschen und den Kopfkissenbezug häufiger wechseln
  • Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln
  • Wäsche nicht im Freien trocknen, sondern im Haus/Wohnung

“Neues” HEUSCHNUPFENMEDIKAMENT in GELFORM- was ist davon zu halten?

Zur Heuschnupfenzeit intensiv beworben werden natürlich auch neue Darreichungsformen, wie zum Beispiel die bekannten Cromoglycinsäure Mittel, die meist in Ihrer Grundform (als Tablette oder Tropfen) aber nicht neu, sondern schon sehr lange im Handel sind. So gibt es Fenistil schon seit 1961 und Soventol seit 1983, neuere Mittel sind Xusal (2001) und Aerius (2001). Die Darreichungsform als Gel mag das Eindringen von Pollen mechanisch verringern. Mancher erreicht mit Vaseline den gleichen Effekt.

Hausmittel bei Heuschnupfen? Heuschnupfen und Ernährung?

Immer wieder hören wir von guten Erfahrungen mit einem speziellen Tee:

  • Melisse
  • Buchsbaumblätter
  • Johanniskraut
  • Gelbwurz
  • Kuhschelle

Zusammen kurz aufkochen und dann 10 -15 Min. ziehen lassen, jeden Tag eine Kanne (ca. 1 Liter).

Wir haben auch gute Erfahrungen gemacht, mit dem Auflegen eines kurz angefeuchteten Beutels mit Schwarztee auf die Augen (kühlt und nimmt der Entzündung die Spitze).

Kochsalzspülungen mit Emser- oder Kochsalz.

Nasendusche

Nasenöl: Oliven und Sanddornöl im gleichen Verhältnis gemischt und mit einem Watteträger in die Nase eingebracht, das gleiche gilt für käufliches fertiges Nasenöl. Es wird auch berichtet von guten Erfahrungen mit Eukalyptus- und Teebaumöl, wir verwenden das eher selten, da es zu Reizungen kommen kann.

Kneippsche Waschungen morgens, auch vorbeugend über den Winter.

Vorbeugende Einnahme von Vitamin C über den Winter.

Calzium Brause Tablette (Calzium stabilisiert die Membranen), ist ganz einfach und führt häufig sehr durchschlagender Erfolg!

Honig von heimischen Imkern (hier scheint eine weitere sehr schöne Anwendungsmöglichkeit von Bienenprodukten zu sein neben der “Apitherapie” (Behandlung mit Bienengift z. B. bei Rheuma).

Geheim-Tipps?

  • Histaminarme Ernährung: also Meiden von Rotwein, Alkohol allgemein, Käse, Milchprodukte allgemein, Fisch, Tomaten (Pizza), fermentierte Lebensmittel wie Kakao, Essig, Bionade..
  • Rotbuschtee soll helfen
  • Vegetarische Ernährung bessert
  • Pollen zu Hause möglichst reduzieren: abends lüften, Teppich raus aus dem Schlafzimmer (siehe Hausmittel)

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