ZECKEN, FSME und BORRELIOSE
VORKOMMEN
Der Donau‑ Alpen‑ Adria‑ Raum, also Süddeutschland, Österrreich, die Schweiz und Teile Nord-Italiens gelten als Hauptverbreitungsgebiet „Endemiegebiet“ von Zecken. Man hat aber auch schon im hohen Norden am Polarkreis Zecken gefunden. In Bayern nennt man Zecken häufig „Holzbock“. Zecken gehören als Milben zu den Spinnentieren und sind deswegen gefährlich, weil Sie viele Krankheiten übertragen können. Zecken sind kleiner als ein Streichholzkopf. Wenn sie sich mit Blut vollgesogen haben, können Sie die Größe von Rosinen bis zu Kirschen (3 cm) erreichen. Haupt-Aktivität meist im Frühjahr und Frühsommer bis Oktober. Nach Beendigung der Blutmahlzeit (ca. 3–6 Tage) lassen sie sich einfach fallen. Ohne neue Nahrung können Zecken bis zu 4–6 Jahre überleben.
Je nach Entwicklungsstufe halten sich Zecken in ca. 20 cm bis 120 cm Höhe in geschützten, wärmeren Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit auf. Deshalb finden sie sich vor allem im Unterholz, in Gestrüpp und hohem Gras am Waldrand, aber auch an Büschen und Hecken in Freibädern und im eigenen Hausgarten. Je jünger die Zecke ist (also je niedriger die Entwicklungsstufe), desto näher am Boden hält sie sich auf. Zecken gelangen über die Kleidung an den Menschen. Die erwachsenen Formen klettern bis ca. 120cm Höhe und lassen sich fallen.
Zecken ritzen mit Ihrem Mundwerkzeug die Haut ein und lecken dann das Blut und die Lymphe. Der Zeckenstich (meist fälschlich als „Biß“ bezeichnet) dringt also nur oberflächlich in die Haut ein – und das ist auch der Grund, daß man Zecken in der Regel relativ leicht entfernen kann.
Zecken geben bei Ihrem Stich Substanzen an den Wirt ab, um die Blutgerinnung zu behindern und die Stichstelle zu betäuben. Über den Stichkanal können Krankheiten übertragen werden, ohne daß die Zecke selber daran erkrankt.
ZECKEN ALS KRANKHEITSÜBERTRÄGER
Krankheiten, die Zecken übertragen können:
- FSME (Früh‑ Sommer‑ Meningo‑ Enzephalitis), Hirnhautentzündung, die von Zecken übertragen werden kann. In Deutschland 200–500 Fälle pro Jahr, (2007 Meldung von 237 Fällen), es ist also eine ziemlich seltene Krankheit, die aufgrund der Zahl keine so sehr große Bedeutung hat. Hiergegen kann man sich impfen lassen, was im Frühjahr von den Impfstoffherstellern auch entsprechend beworben wird. Typisch für FSME sind grippeähnliche Symptome, unbehandelt treten später Kopfweh, Lähmungen und Bewußtseinsstörungen auf.
- Die Impfung ist nicht unproblematisch, weil sich viele Geimpfte in falscher Sicherheit wiegen und glauben, es könne „nichts passieren“ (“Ich bin ja geimpft“), wenn sie sich in Zeckengebieten aufhalten. Das ist aber leider ein Irrglaube, da die sehr viel häufigere Borrelioseinfektion durch die FSME Impfung überhaupt nicht beeinflusst wird! FSME kann in extrem seltenen Fällen auch durch die rohe Milch von Kühen oder Ziegen übertragen werden.
- BORRELIOSE oder auch LYME disease oder Lyme-ARTHRITIS genannt. Hier werden durch den Zeckenstich Bakterien (Spirochäten) übertragen, die sich im Menschen ausbreiten können und zu einer Vielzahl von teilweise dramatischen Erkrankungen führen können. Hiergegen gibt es KEINE IMPFUNG, man kann sich nur durch entsprechendes Verhalten schützen (siehe unten). Auch Pferdefliegen können im Einzelfall Borreliose übertragen. Nach einer Studie von 1985 waren in den Münchner Isarauen über 30 % der Zecken mit Borrellien infiziert. Das scheint sich in internationalen Studien zu bestätigen: ca 30 % der reifen Zecken tragen Borrelien in sich. Damit ist die Gefahr relativ hoch, durch einen Zeckenstich mit Borrelien infiziert zu werden, wenn dieser Stich lange genug andauert (über 8 Stunden – siehe unten). Pro Jahr werden in Deutschland zwischen 50.000 und 100.000 Infektionen gemeldet! Bei einer entsprechenden Dunkelziffer von nicht gemeldeten Fällen kann man vielleicht von jährlich 300.000 Borreliose-Neuinfektionen ausgehen. Erstaunlicherweise schwanken die Zahlen hierzu allerdings erheblich, es gibt wenige nachprüfbare wissenschaftliche Belege, die sich zum Teil auch widersprechen – und das gilt ebenso für die Therapie. Obwohl die Erkrankung sehr weit verbreitet ist und sehr ernste Folgen für die Erkrankten haben kann. Hier ist weitere wissenschaftliche Forschung dringend gefordert!
- Erste Zeichen einer Infektion mit Borreliose sind in der Regel unspezifisch wie Fieber, Kopfweh und Schwäche. Als beweisend gilt die typische kreisförmige Rötung Erythema migrans (Wanderröte) – ausgehend von der Stichstelle, meist zusammen mit einer Gelenksentzündung (Arthritis). Näheres siehe unten.
Andere seltenere Erkrankungen:
- Babesiose, selten, Erreger: babesia mikroti, v.a. im Mittelmeerraum, auch „Hundemalaria“ genannt wegen der Ähnlichkeit der Symptome: Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerz; verursacht durch Platzen der roten Blutkörperchen nach Befall.
- Erlichiose, selten, Befall der weissen Blutkörperchen (Phagozyten), Verlauf meist ohne Symptome, wenn doch, dann ähnlich Babesiose.
- Fleckfieber und „Rocky mountain spottet fever“ (Rickettsiose), selten, Rickettsien dringen in die Wände der Blutgefässe (Kapilaren von Haut und Schleimhaut) ein, was zu den typischen punktförmigen Blutungen der Haut, innerer Organe und zu einer Entzündung der Lymphgefäße führen kann.
- Krim‑ Kongo Fieber, sehr selten, durch Virus CCHFV, behindert die Blutgerinnung: hämorrhagisches Fieber.
- andere
WIE KANN MAN SICH SCHÜTZEN? UND WAS IST ZU TUN?
Geschlossene, helle Kleidung (damit man die Zecken besser erkennen kann), möglichst Stiefel und hohe Socken, besser Strümpfe. Nach einem Aufenthalt in Unterholz und Waldrand die Kleidung und den Körper (insbesondere die behaarten Stellen) nach Zecken absuchen, bei Stich die Zecke entfernen UND AUFHEBEN! (siehe unten). Deshalb sofern möglich, Unterholz und eng bewachsenes Gebüsch oder Grasnarben meiden und besser auf breiteren Wegen gehen!
In letzter Zeit wird immer wieder von der günstigen Wirkung von Kokosöl gegen Zecken berichtet. Gutes natürliches Kokosöl enthält bis zu 60 % Linolsäure, die für die Wirkung verantwortlich ist. Kokosöl ist bei Zimmertemperatur fest und wird flüssig, wenn man es in der Hand anwärmt. So kann es wie eine Körperlotion auf die Haut aufgetragen werden und wirkt bis zu 6 Stunden. Nachdem bislang aber keine genaueren Untersuchungen hierzu bekannt sind, kann ich keine ausdrückliche Empfehlung abgeben. Allerdings spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, es einfach einmal auszuprobieren, bei Bedarf können wir hierzu eine Empfehlung geben. Oftmals wird natürliches Kokosöl auch für Tiere (z.B. für Hunde und Pferde) verwendet, hier empfiehlt sich die Auftragung kurz vor dem Ausritt/Spaziergang.
Es wird auch von der günstigen Wirkung von B‑ Vitaminen berichtet, insbesondere auch auf Insektenstiche ganz allgemein. Das kann man ja ganz leicht einmal ausprobieren.
Wir haben auch eine erhöhte Insekten‑ Stichgefahr bei Menschen beobachtet, die einen hohen Blutzuckerspiegel aufweisen. Falls jemand also auffallend häufig Opfer von Insektenstichen ist, würden wir empfehlen, den Blutzuckerspiegel zu überprüfen und ggf auf eine kohlenhydratarme Kost umzustellen.
Nachdem die Borreliose mit Abstand die häufigste Zecken-Infektion ist, beziehen sich die weiteren Hinweise vor allem auf Borreliose.
Die meisten Stiche einer Zecke führen glücklicherweise NICHT zu einer Infektion wie Borreliose. Die Erreger (Spirochäten) befinden sich im Magen‑ Darmtrakt und werden frühestens nach 8–12 Stunden (manche sprechen auch von 24 Stunden) auf den Menschen übertragen. Wenn die Zecke also innerhalb dieses Zeitfensters entfernt wird, ist das Risiko für eine Infektion wie die Borreliose sehr sehr gering!
Falls Sie von einer Zecke gestochen werden, sollten Sie mit einigen Fotos die Stichstelle mit Zecke und nach Entfernung der Zecke dokumentieren. Dies ist sehr hilfreich bei einer Anerkennung als Berufskrankheit, aber auch bei Auseinandersetzungen mit Versicherungen. Wir empfehlen sehr, die Zecke unmittelbar nach Entfernung in ein spezielles Zeckenlabor zur PCR‑ Testung auf Krankheitserreger einzuschicken. Wenn man das aus Kostengründen nicht gleich tun sondern erst mal abwarten will, sollte man zumindest die Zecke für einige Wochen z.B. in eine mit Datum versehene Gefriertüte einwickeln und an einem trockenen Ort aufbewahren. DIE ZECKE ALSO AUFBEWAHREN! Wenn dann irgendwann später Krankheitsymptome auftreten, kann man auch noch nach Wochen die Testung auf Krankheitserreger an der sichergestellten Zecke durchführen. Wenn aber die Zecke entfernt und weggeworfen wurde, haben wir kein direktes Untersuchungsmaterial und müssen auf eine eventuelle Reaktion des Körpers warten.
Für die Entfernung der Zecke hat sich das UNTERSPRITZEN der Zecke mit PROCAIN sehr bewährt => Zeckennotfallset – „Zecken-Survivalkit“ – bestellbar über das Kontaktformular (Kosten: 4,95 Euro plus Versand – inkl. ausführliche Beschreibung). Mit einer hauchfeinen Nadel wird Procain unter die Zecke gespritzt. Es entsteht eine größere Quaddel, so daß die Zecke wie auf einem Berg sitzt, dann kann man die Zecke völlig schmerzlos (Haut ist betäubt) und sicher entfernen.
Wie erst kürzlich freigegebene Akten aus dem 2. Weltkrieg zeigen, wurde diese Behandlungsart im Rußlandfeldzug von den russischen Soldaten bei Schlangenbiß mit so hervorragendem Erfolg eingesetzt, daß die Deutschen ein „russisches Geheimelixier“ vermuteten. Auch heute kann das „Survivalkit“ sehr gute Dienste leisten – als erste Notfallmaßnahme bei jeglichen Biß- und Stichverletzungen durch giftige oder infizierte Tiere (Bienenstich, Schlangen, Hunde, Katzen, Spinnentiere wie Skorpion etc).
Die Entfernung der Zecke führt man möglichst bald nach dem Stich durch. Nach Setzen der Quaddel (siehe oben => Zeckensurvivalkit) zieht man LEICHT und nachdrücklich am Kopf der Zecke – ohne ihn abzureissen und ohne zu drehen! Die Schneid-Beisswerkzeuge der Zecke haben kein Gewinde! Dabei ist es wichtig, den Zeckenkopf möglichst nahe an der Haut zu greifen und den Körper der Zecke nicht zu drücken, weil man damit den Darminhalt (mit den Erregern) geradezu in die Haut pressen würde – und der Darm enhält oft Borrelien, die wir keinesfalls übertragen wollen. Wenn man den Kopf nicht so gut fassen kann, sind auch spezielle Pinzetten hilfreich – am Besten solche, die am Ende abgeknickt (gekröpft) sind, so daß man den Zeckenkopf greifen kann – ohne den Körper zu drücken. Falls doch etwas in der Haut verbleiben sollte, ist es sehr ratsam, innerhalb von 6–8 Stunden nach Stich einen Arzt aufzusuchen. DIE ZECKE BITTE AUFBEWAHREN um ggf. später eine Untersuchung auf Erreger in der Zecke machen zu können!
Von Behandlungen mit anderen SpezialWerkzeugen (wie der „Zeckenschlinge“) oder ein Beträufeln mit Öl, Nagellack oder Spray ist wegen der Komplikationsgefahr dringend abzuraten! Die Zecke gerät in akute Lebensgefahr und könnte als Reaktion Ihren Darminhalt in die Stichstelle entleeren und gerade damit die Borrelien übertragen.
Eine KURZE GESCHICHTE der LymeArthritis/Borreliose und NEUE ERKENNTNISSE
Warum ist die Borreliose ein Chamäleon?
In der Stadt OLD LYME in Conneticut (USA) trat 1974 erstmals ungewöhnlicherweise eine Arthitis bei einem Jugendlichen auf. 1975 erkrankten bereits 40 Jugendliche in Old Lyme und insbesondere die gesamte Familie von POLLY MURRAY, die daraufhin nachdrücklich bei den Behörden auf Aufklärung drängte. Schliesslich untersuchte der Rheumatologe A.C. STEERE von der benachbarten YALE Universität die Vorfälle und stellte fest, daß es sich um eine spezielle Gelenksentzündung handelte (die sich von der Rheumatischen Arthritis in wesentlichen Punkten unterschied) und daß in ungefähr der Hälfte der Fälle gleichzeitig eine ringförmige Rötung auftrat.
Es folgte eine Reihe weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen und Veröffentlichungen, dabei konnte 1980 von der Yale‑ Universität nachgewiesen werden, daß eine Penicillinbehandlung die Krankheitsdauer wesentlich verkürzte. Also handelte es sich um eine Infektion – aber womit?
1981 gelang es dem Schweizer Willi Burgdorfer, den Erreger der Krankheit nachweisen. Es fand in Zecken ein spezielles Bakterium, die Spirochäte „Borrellia“, die später nach ihm Borrellia burgdorferi genannt wurde.
Im englischsprachigen Raum wird die Erkrankung nach Ihrem Entdeckungsort LYME DISEASE (Lyme Krankheit) genannt, im deutschsprachigen Raum spricht man hingegen von BORRELIOSE oder LYME‑ BORRELIOSE.
Zecken haben verschiedene Tricks entwickelt, um sich im Wirtsorganismus zu tarnen. So konnte Straubinger 1998 an Hunden nachweisen, daß Borrelien nach Eindringen in den Blutkreislauf sehr schnell in schlecht durchblutetes Gewebe wie die Organ‑ und Gelenkkapseln wandern. Zudem wurde 2006 gezeigt, daß Borrelien Ihre Zellwand ändern können, so daß die Abwehr sie zunächst nicht erkennt. Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Freiburg, Heidelberg und Jena wies im Jahr 2005 nach, daß sich Borrelien der Immunantwort entziehen können, indem sie sich als menschliche Zellen tarnen!
Möglicherweise können Borrelien auch an der Entstehung von „Biofilmen“ mitwirken. Solche Strukturen können verdichtete Mikroorganismen auch unterschiedlicher Art aktiv herstellen. Hinter dem „Biofilm“ verstecken sich die Erreger vor der Körperabwehr. 2005 wurden Gene von Borrelien in einem solchen Biofilm nachgewiesen.
Borrelien können sich zudem z.B. unter Antibiotikatherapie in Zysten zurückverwandeln (in dieser Form unempfindlich gegen Antibiotika), die dann wieder zu Spirochäten werden können. Auch können Sie Ihre Form von aktiv-länglich zu einer kugelförmigen bewegungsunfähigen Ruheform verändern und so 3–4 Wochen überleben.
DIAGNOSE (Symptome und Nachweis)
Wenn man gestochen wurde, erst einmal Ruhe bewahren! Keine Panik! Wenn die Zecke innerhalb von 6–8 Stunden nach Stich entfernt wird, hat man mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Krankheit zu erwarten.
GAN Z WICHTIG: Die Zecken nach Entfernung am Besten AN EIN SPEZIELLES ZECKENLABOR SCHICKEN. Wenn man das aus Kostengründen nicht tun will, bitte die Zecke unbedingt aufheben! Auch noch nach mehreren Wochen kann das Speziallabor sogar aus vertrockneten Zecken nachweisen, welche Erreger sich in der Zecke befunden haben – also BITTE ZECKEN NACH ENTFERNUNG ans Labor schicken oder zumindest AUFHEBEN!
Borreliose ist ein „Chamäleon“, anfangs zeigen sich oft keine oder nur geringe Symptome. Man erkennt die Beschwerden häufig nicht als Borreliose, da nur grippeähnliche Symptome mit nächtlichen Rücken‑ und Gelenk-Schmerzen, sowie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Leistungsschwäche auftreten.
Beweisend für eine Infektion mit Borreliose ist das Auftreten der typische Hauterscheinung Erythema migrans „EM“ (Wanderröte): ringfömige Rötung, meist in der Mitte blaß, die über den Körper wandert. Es gibt aber auch Infektionen mit Borreliose, bei denen sich KEIN Erythema migrans (EM) zeigt.
Sehr häufig mit EM verbunden sind Gelenksbeschwerden (Lyme‑“Arthitis„). In späteren Phasen können sich auch sehr massive Erscheinungen wie Lähmungen und Nervenausfälle einstellen, deshalb wird das dieses Stadium häufig Neuro-Borreliose genannt. Die genauen Bezeichnungen und Einteilung in Stadien befinden sich in laufendem Wandel.
Borrelien konnten nachgewiesen werden in Gehirnen von Alzheimer Patienten, bei ALS (Amyothrope Lateralsklerose) und bei Sarkoidose. Es gibt weitere wissenschaftliche Publikationen mit Hinweisen, daß die Borreliose in Zusammenhang stehen könnte mit der Entstehung der chronisch progredienten Enzephalomyelitis (Multiple Sklerose) und eine Rolle spielen könnte bei bestimmten Psychosen (Schizophrenie), Lichen Sklerose und bei der zerebralen Vaskulitis. Diese Hinweise benötigen dringend der weiteren wissenschaftlichen Abklärung.
In Deutschland werden 3 Stadien der Borreliose unterschieden, dies hat sich allerdings international nicht durchgesetzt.
- Stadium: grippeähnliche Allgemeinsymptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfweh. Dazu kommen typischerweise das Erythema migrans (Wanderröte) und die Entzündung eines oder mehrerer Gelenke (meist Kniegelenk), Muskelschmerzen, Juckreiz, Kopfschmerz, Bindehautentzündung, Rachenentzündung, Brochitis, Lebervergrößerung, Lymphstau…
- Stadium: die Infektion löst weitere Entzündungen in unterschiedlichen Gelenken aus, so z.B. zusätzlich Schultergelenksentzündung oder Hüftgelelenk, auch allgemeine Gelenkschmerzen. Nervenentzündungen auch des Gehirns, Hirnhautentzündungen, Herzentzündungen, Augenbeteiligung (z.B. Entzündung der Regenbogenhaut)…
- Stadium: immer wieder auftauchende und/oder chronische Entzündung mehrerer Gelenke und von Muskeln, PCP, MS‑ähnliche Symptome, chronische Gehirnentzündungen, Nervenentzündungen…
In der neuesten Literatur wird unterschieden in eine
- frühe lokalisierte Erkrankung, Erythema migrans (EM) gilt als beweisend für Borreliose, auch wenn kein Nachweis im Blut gelingt; das Problem hierbei: EM tritt nur bei ca 30 % der Borreliose auf! Und: EM kann auch bei anderen Erkrankungen auftreten!
- frühe disseminierte Erkrankung: die Erkrankung betrifft wechselnde Organe, von unterschiedlichen Gelenken bis zu Herz, Nieren, Leber, Muskel
- Chronisch persistierende LymeBorreliose (Krankheitsymptome dauern länger als 6 Monate)
- Spätformen: Lymearthritis, Neuroborreliose, Acrodermatitis chronica atrophicans ACA, …
- Post‑ Lyme‑ Syndrom (ähnlich CFS chronisches Fatique Syndrom = chronisches Müdigkeitsyndrom, ähnlich Fibromyalgie)- Enzephalopathie (Gedächtnisstörung, Schlafstörung, Stimmungschwankungen etc) und Polyneuropathie (Nervenerkrankung)
Wenn die Wanderröte zusammen mit einer Gelenksentzündung auftritt, dann gilt eine Infektion mit Borreliose als bewiesen und spätestens jetzt sind entsprechende Nachweise sehr wichtig. Allerdings sind die Untersuchungen aus dem Blut (Serologie) leider nicht zuverlässig, um die Aktivität von Erregern zu messen, da man mit diesen Tests nur die Antikörper nachweist, die der Körper einmal gegen die Erreger gebildet hat. Das kann auch lange zurück liegen.
Aus diesem Grund empfehlen wir bei Zeckenstich ein Vorgehen in vier Schritten:
1. Schritt: Zecke fotographieren, dann entfernen und Stichstelle erneut fotographieren um Hautveränderungen und die genaue Lage zu dokumentieren. Stichstelle desinfizieren und die Zecke umgehend an ein Labor senden zur PCR. Falls man die Kosten für den Nachweis scheut (ca. 30 Euro pro Nachweis), dann zumindest die Zecke aufheben!
2. Schritt: Wenn sich durch das Labor herausstellt, daß die Zecke infiziert war, dann sofort eine Antibiotikatherapie AB (z.B. Doxycyclin 2 × 200mg oder Tetracyclin 3 × 500mg oder Minocyclin 2 × 100mg) beim Arzt beginnen – ohne das Auftreten von Symptomen abzuwarten! Warum? Das Risiko der Enstehung einer Borreliose kann durch eine frühe Antibiose nachweislich erheblich vermindert werden. In der Abwägung zwischen einer vielleicht unnötigen Antibiose und der möglichen erheblichen Gesundheitsgefährdung einer Borreliose erscheint ein solches Vorgehen das geringere Risiko.
3. Schritt: Ab dem 10. Tag empfehlen wir, einen Borrelien LTT (Lymphozyten-Transformations-Test) durchzuführen, um die aktive Borrelieninfektion nachzuweisen. Wenn der LTT positiv ist, dann weitere Einnahme von Antibiotika AB für ingesamt 30 Tage nach Zeckenstich. Durch die Frühbehandlung kann das Risiko erheblich verringert werden. Wenn der LTT Test aber negativ ist und keine Hinweise auf Infektion vorliegen (kein Erythema migrans), dann kann die AB Einnahme beendet werden.
4. Schritt: 4–6 Wochen nach dem Stich ist eine serologische Untersuchung sinnvoll mit Antikörpertiter UND Immunoblot zum Nachweis spezifischer Banden.
Borrelien-Nachweis: im Blut (Serologie)
- ELISA (Antikörpersuchtest), Nachweis der Antikörper (also, daß irgendwann einmal eine Infektion stattgefunden hat) aber KEIN Nachweis der Aktivität‑ damit auch keine Therapiekontrolle möglich!
- Western‑ oder ImmunoBlot, Nachweis der Eiweißwände der Borrelien => „spezifische Banden“
- LTT (Lymphozytentransformationstest): Immunantwort der Lymphozyten auf aktive Borrelien (siehe oben)
- PCR (Polymerase-Chain-Reaction): spezifische DNA‑ Analyse, womit der direkte Erreger in Gelenkpunktaten, betroffenem Gewebes und Haut, sowie im Liquor (Blut und Urin sind weniger gut geeignet) nachgewiesen wird – insbesondere aber auch direkt aus der Zecke möglich (was wir empfehlen!). Eine positive PCR aus dem Blut beweist aber eine aktive Borrelieninfektion und ist damit auch zur Therapiekontrolle geeignet – im Abstand von ca 6 Wochen.
- FFM focus floating microscopy – von der Universität Innsbruck entwickelt, direkter immunhistochemischer Nachweis aus Hautbiopsie, sehr hohe Sensitivität und Spezifität
Naturheilkundliche Verfahren:
- Kinesiologie
- Bioresonanz
Bei diesen Verfahren ist es besonders wichtig, sich der fachlichen Qualifikation und Erfahrung des Testers zu vergewissern, da man sonst zu falsch positiven oder falsch negativen Ergebnissen kommt! In Anbetracht der Tragweite hätte das dramatische Konsequenzen. Wenn jemand allerdings ein guter und erfahrener Tester ist, kann man mit diesen Verfahren ein hervorragendes screening (Suchtest) machen und eine verläßliche Verlaufkontrolle. Auch aus Sicherheitsgründen und zur Gegenkontrolle empfehle ich allerdings immer die Kombination mit einer guten serologischen (Blut) Untersuchung in einem Speziallabor.
THERAPIE bei Borreliose
Die Therapie richtet sich nach den Symptomen. Der langfristige Verlauf von Laborparametern ist schwierig zu interpretieren, da oft falsch negativ und individuell sehr unterschiedlich. Manchmal genügen wenige Behandlungen, häufig ist die Therapie aber leider langwierig und erfordert Durchhaltevermögen und viel Geduld von Patient und Arzt!
- Antibiotika (häufig Doxycyclin‑ siehe oben), auch extrem lange (im Einzelfall auch über ein Jahr!) und hochdosierte Einnahme notwendig, da Borrelien in verschiedenen Stadien überleben können. Dabei ist die gleichzeitige Durchführung einer intensiven Aufbautherapie für die Darmflora sehr wichtig! Oft ist eine „gepulste“ Antibiotika‑ Therapie oder auch eine Kombi-Therapie mit unterschiedlichen Antibiotika hilfreich.
- Hintergrund: Über die „richtige“ Therapie herrschen unter Experten sehr unterschiedliche Auffassungen vor. Von universitärer Seite wird in der Regel eine Antibiotikatherapie von maximal 4 Wochen als ausreichend angesehen. In der Praxis zeigt sich aber häufig, daß diese Dauer der Antibiotikagabe leider nicht ausreicht und im Einzelfall sehr viel länger fortgeführt werden muß. Die genaue Festlegung ist auch deswegen so schwierig, weil Aktivitäts‑ und Therapiemarker bis heute fehlen. Bis heute gibt es hinter den Kulissen heftige rechtliche Auseinandersetzungen um die „offiziellen Therapierichtlinien“. Nicht zuletzt vielleicht auch deswegen, weil damit erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen zusammen hängen – man denke nur an die Therapiekosten!
- Antibiotika Therapie mit orthomolekularen Substanzen (siehe unten) unterstützen!
- Bienengift (Venex) als Mikro-Injektion, z.B. über schmerzenden Gelenken z.B. (bei LYME Arthitis) und/oder Lymphbahnen
- Procain‑ Basen‑ Infusion als Schmerztherapie und zur Sanierung des Grundsystems
- Neuraltherapie und Mesotherapie über schmerzenden Arealen und zur Stabilisierung des vegetativen Nervensystems
- Sanierung des inneren Milieus durch Entgiftung und Entsäuerung (“Grundbehandlung“: Neuro-Vegetative‑ Milieu‑ Therapie NVMT)
- Kolloidales Silber (zB 25ml/Tag, bis zu 60mg innerhalb von 6 Monaten)
- Lärchenharz‑ Extrakt (T. laricina D1) beginnend mit 5 gtt bis zu 2 × 10gtt tägl, bei ZNS‑ Symptomen zusammen mit kolloidalem Silber
- Karde
- MSM
- Rhizole, oral oder/und als Infusion
- Bioresonanz‑ Therapie
- Elektroakupunktur Dü 17 (Nebennierenrinde= körpereigenes Kortisonsystem)
- Kinesiologische Therapie oft mit Schwermetallausleitung
- Ozon‑ Sauerstoff-Therapie (GEB = große Eigenbluttherapie)
- andere
Orthomolekulare Therapie:
- Magnesium ca 500 mg/Tag
- Essentielle Fettsäuren: Leinöl, Arganöl, Fischölkapseln etc
- CoEnzym Q10 200mg/Tag (häufig erforderlich nach langer Fortdauer der Symptomatik)
- VitB Kplx (v.a bei neurologischen Symptomen)
- Antioxidantien VitA VitC VitE langfristig oral, aber wegen der begrenzten Aufnahmefähigkeit auch wiederholt als Infusion!
- andere
Stressvermeidung, psychisch (zelluläre Milieuveränderungen):
- nicht Rauchen
- kein Alkohol
- kein Schlafmangel etc. …
PSYCHE
Viele Menschen, die an Borreliose erkranken, haben eine lange Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich, weil die Krankheit meist erst nach langer Zeit – wenn überhaupt – erkannt wird. Wenn sich keine körperlichen Ursachen finden, wird im weiteren Verlauf irgendwann auch der Verdacht auf eine psychische Erkrankung geäußert und der Patient oft zum Simulanten oder zum „Psycherl“ abgestempelt. Das ist auch deswegen fatal, weil so der notwendige Kampfeswille geschmälert wird und sich eine solche fehlerhafte Einordnung auch auf das Immunsystem auswirkt. Die Wissenschaft der Psycho-Neuro-Immunologie hat diese grundsätzlichen Zusammenhänge sehr eindrucksvoll nachgewiesen.
Der andauernde Expertenstreit über die „richtige“ Therapie und deren Dauer erscheint nicht am Patientenwohl orientiert, sondern von Einzelinteressen geleitet und ist kontraproduktiv für die Genesung. Seitens des Patienten ist deshalb erhebliche zusätzliche – und eigentlich unnötige – Initiative und Anstrengung gefordert!
Für eine erfolgreiche Behandlung ist neben einer guten körperlichen Therapie eine lösungsorientierte innere Einstellung und die langfristige Hilfestellung durch das Umfeld wie Partner und Familie sehr notwendig. Häufig empfiehlt sich die Unterstützung durch psychotherapeutische Maßnahmen.
Ich freue mich, wenn mein Artikel Interesse findet, aber bitte respektieren Sie das COPYRIGHT FÜR DIESEN ARTIKEL (und alle anderen Artikel auf der homepage)
Anfragen an: Dr. Dr med. Thomas Beck, Schützenstraße 3, 80335 München
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Zecken und Borreliose
Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
Heuschnupfen und Naturheilkunde
Beste bisher gelesene Abhandlung!!!
Aufklärend, beruhigend aber auch alarmierend in meinem Fall:
war schon 2xinfiziert, Behandlung ⅿ. Antibiotika,
danach erhöhtes Zeckenvorkommen auf mir!
Meine Sommerlebensqualität ist im Keller, da ich mich nicht einmal im eigenen Hausgarten bewegen kann, ohne mir wieder eine – gestern entdeckt – winzig kleine Zecke einzufangen, die mind. 2 Tage am Oberschenkel saß und wegen ihrer Winzigkeit früher nicht auffiel. Starke Kopfschmerzen, Blutdruck 140⁄88 statt wie normal 110⁄60 und schneller Puls lenkten den Verdacht auf Aterien-Entzündung. Bei 25 Grad kann ich mich nicht wie vorgeschlagen einhüllen, und mich täglich mehrmals einzusprühen scheint mir bei meinen Allergien und Empfindlichkeiten keine Lösung.
Haben Sie einen Vorschlag, wie ich mich schützen kann?
Die Eigenschaft „Super Zeckenwirt“ habe ich erst seit etwa 3 Jahren.
Haben sich die Zecken so stark vermehrt?
Falls Sie an dieser Stelle nur ein Feedback für Ihre Abhandlung sehen wollten, bitte ich um Nachsicht,
hoffe aber trotzdem auf Antwort.
Es grüßt Sie
Roswitha Feldgen
Liebe Frau Feldgen
das ist ja wirklich eine scheußliche Sache, irgendwie scheinen Sie magnetische Kräfte für Zecken zu haben… Es gibt wohl keine nachweisbare Super‑ Zeckenvermehrung, aber wohl schon eine höhere Infektion der vorhandenen Zecken mit Borrellien. Und wenn man vermehrt auf etwas achtet, dann erscheint einem das viel häufiger aufzutreten. Es könnte also auch ein Wahrnehmungseffekt sein.
Gab es denn vor 3 Jahren irgendein Ereignis, was Sie wesentlich verändert hat? Starke Gewichtsschwankung, Schwangerschaft, hormonelle Umstellung, eine ernstere Erkrankung, eine berufliche oder private Veränderung? Vorher hatten Sie ja offensichtlich nicht diese erhöhte Anziehungskraft auf Zecken… Vielleicht findet sich hier ein Schlüssel.
Ja, was kann ich Ihnen raten?
Es bleibt zunächst bei der Empfehlung, helle Kleidung zu tragen (es gibt viel sommerliche helle Kleidung), allerdings werden Sie nicht um „geschlossene“ Kleidung herum kommen, weil sich sonst bestimmt die nächste Zecke wieder bei Ihnen einnistet. Wichtig ist auch wirklich die genaue Kontrolle des Körpers wenn Sie zurück kommen. Manchmal hilft auch die vermehrte Einnahme/Injektion von Vitamin‑ B Komplex. Wir haben in der Praxis eine „Spezialspritze“, die wir insbesondere auch gegen Stechmücken einsetzen.
Dann wäre es vielleicht doch überlegenswert, worin denn Ihr Magnetismus für Zecken besteht: ganz grundsätzlich könnte z.B. ein leicht erhöhter Zuckerspiegel vorliegen und das kann auf manche Insekten sehr verlockend wirken – wie ein Leckerli. Wenn Sie so gar nicht weiter kommen, wäre auch einmal eine kinesiologische Testung sinnvoll. Das muß allerdings jemand machen, der das wirklich kann und sich bei der Testung persönlich zurück nimmt.
Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen guten Erfolg bei dem Abbau der „Superzeckenwirtschaft“…
Dr. Thomas Beck
Sehr geehrter Herr Dr. Dr. Beck,
mein Name ist Rami Ramadan, ich bin 34 Jahre alt und komme aus Freiburg.
Ich leide seit dem Jahr 2002 an MS und seither habe ich viele Ärzte konsultiert und verschiedene Medikamente bekommen.
Von 2002 bis 2004 habe ich Rebif 22mg 3mal pro Woche bekommen. Von 2004 bis 2005 4 Spritzen Copaxon. 2005 bis jetzt 3 mal pro Woche Rebif 44 mg.
Ab 1. März 2010 habe ich mich an die Anweisungen einer Studie gehalten. Diese war auf der Website http://www.cpnhelp.org. Die deutsche Seite dazu ist http://www.chlamydienpeneumonia.de . Auf dieser Seite steht, dass man mit Minocyclin oder Doxicyclin 2 mal täglich + Azithromyzin 250mg einmal jeweils Montags, Dienstags und Freitags und Metrodinazol 400mg 3 Tabletten täglich verfahren soll. Dabei soll man von Metrodinazol 400mg im 1. Monat an 1 Tag 3 Tabletten , im darauffolgenden Monat 2 Tage lang 3 Tabletten nehmen und sich weiter steigern bis zu 5 Tagen im Monat 3 Tabletten täglich.sogar nehme ich taglich viele vitamine (B12 1000mg,D,Q10 ,B complex ,Folic Acide ,magnesium ,calcium,AAc,Omega-3) Täglich
Nach 8 Pulsen habe ich von einigen Leuten auf der Internetseite erfahren, dass ich keine Chlamydienpeneumonia habe und mir daraufhin Sie empfohlen, damit ich erfahre, was genau das richtige Verfahren in meinem Fall ist. Deshalb befürchte ich, dass das vergangene Jahr, in dem ich die Anweisungen der Studie befolgt habe, verlorene Zeit war.
Mein Zustand hat sich seit 2003 stetig verschlechtert, sodass ich heute nur noch mit Krücken laufen kann und viele kleinere alltägliche Dinge nicht verrichten kann. Ich habe Angst, dass dies bis hin zur Angewiesenheit auf den Rollstuhl führt.
so meine frage ist lohnt es für mich diese LTT auf borrelien zu machen obwohl ich vor eine woche eine test gemacht habe für chlamydien igG/EIT und IgA/EIT gemacht habe und beide waren normal also negativ
Danke Für Hilfe
Rami Ramadan
Sehr geehrter Herr Ramadan
offensichtlich befinden Sie sich wirklich in einer mißlichen Lage. Das klingt sehr nach einem typischen Verlauf von MS. Wir machen in der Praxis bei MS in der Regel eine langfirstige Behandlung mit Neuraltherapie.
Insgesamt scheint mir aber die bisherige Behandlung zumindest schulmedizinisch angemessen. Bezüglich der weiteren Diagnostik wäre ein LTT sicher hilfreich. Ich kann aber so nicht abschätzen, ob das in Ihrer speziellen Situation wirklich für die weitere Therapie erforderlich ist, weil wir uns ja noch gar nicht kennen gelernt haben.
Grundsätzlich darf ich Ihnen per Internet auch aus sachlichen und rechtlichen Gründen keine konkreten Vorschläge für Diagnose und Behandlung machen, weil dazu ein direkter Arzt Patienten Kontakt notwendig ist, der ja noch nicht stattgefunden hat.
Gegebenenfalls können Sie sich gern an meine PRaxis wenden und einen Termin vereinbaren, das ist in der Regel auch kurzfristig möglich.
Montags geschlossen, Di Mi Do von 9–18 Uhr Fr von 9–13 Uhr
mfg
Dr Thomas Beck
[…] Weitergehende Informationen finden Sie hier: ZECKEN, FSME und BORRELIOSE […]
Sehr geehrter Herr Dr. Beck,
bei mir wurde heute Borreliose diagnostiziet (Wanderröte – Kopfschmerzen – Bindehautentzündung). Verordnet wurde mir Doxycilin 200mg/1x taglich für 3 Monate. Sport ist trotzdem erlaubt. Ich bin 54 Jahre alt und habe wegen des Sportes Bedenken – ich möchte deswegen gerne noch Ihre Meinung dazu hören. Ich danke Ihnen für Ihre freundliche Antwort und verbleibe
mit freundlichen Grüssen!
Kati Seibert
Sehr geehrte Frau Seibert
Die Behandlung mit Doxycyclin ist vollkommen regelrecht und angemessen, auch die Dauer erscheint mir richtig. Meistens wird das viel zu kurz gegeben.
Es wäre zu überlegen, ob nicht noch einige zusätzliche andere Maßnahmen hilfreich sind, ich denke hier an die Basisversorgung mit Vitaminen und an eine Serie mit Procain‑ Basen‑ Infusionen (das können Sie auf der homepage gern nachlesen). Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.
Allerdings kann man das nicht so gut aus der Ferne beurteilen, ohne den Patienten direkt zu kennen, wenn Sie also begleitend etwas machen wollen oder nach den 3 Monaten noch nicht so richtig auf dem Damm sind, dann können Sie sich auch einmal bei mir vorstellen.
Gute Besserung!
Dr Beck
NACHTRAG:
Mit dem Sport würde ich auf die Signale meines Körper hören: also durchaus erlaubt, aber nicht übertreiben!
Herzl Gruß
Dr Thomas Beck
Sehr geehrter Dr Beck, danke für Ihre ausführlichen Infos. –Ich hatte vor 6 Wochen einen Zeckenstich in Kärnten, nach 8 Stdd. die kleine Zecke am inneren Oberschenkel entfernt,leider getötet. Nur am 1. Tag nach dem Stich kleine(1cm)kreisförmige Rötung um den Stich. Antikörper-Tests beim Hausarzt nach 2 + 5 Wochen waren negativ.
Gestern,6 Wochen nach Stich, Fieber(38.5°),Müdigkeit,leichter Kopfschmerz.
Heute ist Samstag,Hausarzt erst Montag wieder zur Verfügung – wie verhalte ich mich?Was ist weiter zu tun? Ist jetzt Antibiotikum noch sinnvoll?
Zusatzinfo: Es geht mir im ganzen gut, hatte aber vor 9 Jahren Blasenkrebs mit Blasenentfernung(Mainz-Pouch).
Vielen Dank für Ihre Beratung,
Renate Schneider
Danke für ihre Hilfe. Alle Infos gab ich oben schon.
Sehr geehrter Herr Dr. Beck,
bei mir wurde eine Borreliose festgestellt.
Zur Behandlung wurde mir Doxy 200mg für 20 Tage verschrieben. Danach sollte die Borreliose weg sein, laut Ärztin. Blutwerte werden nicht nocheinmal untersucht.
Parallel dazu war ich noch bei einem Heilpraktiker, dieser meinte mit kolloidalem Silber könne man die Borreliose ebenfalls behandeln.
Nun bin ich etwas ratlos. Reicht das kolloide Silber tatsächlich aus?
Warum verordnen manche Ärzte Antibiotika über mehrere Wochen, testen zwischen durch ob noch Erreger vorhanden sind, und meine Ärztin meint, dass nach 20 Tagen alles vorbei ist.
Ich würde gerne Ihre Meinung hierzu hören, gerne vereinbare ich auch einen Termin in Ihrer Praxis.
Für Ihre Antwort möchte ich mich im Vorfeld schon bedanken und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Micha Grandy
Hallo Herr Grandy,
Das Thema Borreliose ist ein großes Thema, das haben Sie ja bereits selber erlebt: es gibt enorme Unterschiede im Behandlungsgang und in der Qualtität der angebotenen Therapien.
Als Arzt für Naturheilkunde stehe ich gewissermaßen jeweils mit einem Fuß in beiden Lagern: zum einen mache ich auch Therapie mit Antibiotika (wenn erforderlich) und da ist das übliche Mittel Doxycyclin in hoher Dosis über längere Zeit – in der Regel allerdings für 3 Monate und nicht nur 20 Tage (was aber leider die naturwissenschaftlichen Fachgremien empfehlen). Das ist also das Mittel der ersten Wahl, WENN man eine Antibiose braucht. Aber auch das reicht nicht immer aus!
Auf der anderen Seite mache ich vordringlich natürlich naturheilkundliche Verfahren (das kolloidale Silber zum Beispiel gehört dazu). Allerdings ist nach meiner Erfahrung das Silber in der Regel nicht ausreichend, sondern muss von weiteren Substanzen begleitet werden, wie Sie ja oben auf der page lesen können, wie z.B.: Procain-Basen-Infusionen, Bienengift und ausleitende Substanzen, wie z.B. auch Karde etc…
Was in Ihrem Fall nötig ist und besten hilft, sollten wir tatsächlich in der Praxis besprechen.
Auch aus rechtlichen Gründen ist eine individuelle Beratung/Behandlung über das Internet ohne direkten Arzt‑ Patienten‑ Kontakt nicht zulässig.
Wenn Sie sich auf unsere email berufen, sollten Sie auch kurzfristig einen Termin bekommen können.
Mit freundlichen Grüßen!
Dr Thomas Beck
Sehr geehrte Frau Schneider
leider ist es auch aus rechtlichen Gründen nicht möglich, eine individuelle Beratung/Behandlung über das Internet/email zu machen – also ohne direkten Arzt‑ Patienten – Kontakt.
Deshalb kann ich hier nur allgemeine Auskünfte geben.
Generell unterscheidet man zwei Hauptkrankheiten, die durch Zeckenstich entstehen können:
a) FSME (Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis also eine bestimmte Form der Hirnhautentzündung) kommt sehr selten vor, ca 300 mal pro Jahr in ganz Deutschland. Und nur dagegen hilft die FSME Impfung die heftig beworben wird.
b) Borreliose (Infektion mit Borrelien durch den Stich der Zecke), in Deutschland jährlich ca 50.000 bis 100.000 gemeldete Fälle, damit wohl an die 300.000 Infektionen! Hierfür gibt es KEINE Impfung.
ⅽ) andere Infektionen durch den Stich der Zecke (sehr selten)
Ein typisches Zeichen für die Infektion mit Borrelien ist die sogenannte Wanderröte, also eine kreisförmige Rötung, die oft „über den Körper wandert“- daher der Name. Hier besteht dann der Verdacht auf Infektion mit Borrelien. Sehr gut ist eine Testung auf ANTIKÖRPER, die bei Ihnen gemacht wurde. Allerdings braucht es eine gewisse Zeit (4–6 Wochen), bis der Körper Anti-Körper bildet, auch wenn der Stich tatsächlich Borrelien enthielt. Deshalb wäre in Ihrem Fall eine erneute Bestimmung der AntiKörper nach 4–6 Wochen dringend nötig. Antikörpertests nach 2 und 5 Wochen sind auch okay.
Als früherer Test ab dem 10. Tag hat sich der LTT (Lymphozyten-Transformations-Test) bewährt, wenn der positiv ist, dann würden wir bereits jetzt Antibiotika (Doxycyclin) dringend empfehlen, um die Ausbreitung zu vermeiden.
Wenn 2 oder 3 Tage mehr verstreichen, hat das für die Antibiotikatherapie eher eine untergeordnete Bedeutung.
Aus meiner Sicht wäre viel wichtiger zu klären, was denn die Ursache für Ihre Rötung und das leichte Fieber ist!
Wenn der Test auf Antikörper nach 2 und 5 Wochen negativ ist, dann spricht das sehr stark GEGEN eine Borreliose als Ursache!
Ein früherer Blasenkrebs hat mit Borreliose keinen Zusammenhang.
Alles Gute!
Dr Thomas Beck
Ich wohne seid kurzem bei Hildeshein, würde mir einen Natur-heil Arzt suchen, was kostetet die Behandlund mit Venex, zaht das die Kasse?
Kann ich es bei ihnen kaufen?
Liebe Grüße, Andrea
Venex können Sie bei mir beziehen
Ich führe auch selber in der Praxis in Baden Baden und in München solche Behandlungen mit Venex durch.
mfg
Dr Dr Beck
Sehr geehrter Hr. Dr. Beck,
bin gerade auf Ihre Seite gestoßen – weil leider eine Borreliosebetroffene aus Österreich.
Ich kam mit sehr hohen CK, CK-MB und Troponin-Werten (119) in die Notaufnahme unseres Krankenhauses in Salzburg. Dort wurde ich 2 Wochen untersucht. Man suchte nach einer Ursache für die Herzmuskelentzündung. Da ich schon länger unter einer Gastrocnemiusparese und Abgeschlagenheit litt wurde u.a. auch der Test auf Borrelien gemacht bzw. die IgG u. IgM waren positiv – also Borrelieninfektion meinten die Ärzte.
Dazu: MICH HAT KEINE ZECKE GESTOCHEN! Aber:
Ich hatte im Februar 2011 in einem Hotelzimmer in Linz einen Stich eines Insekts am li hinteren Oberschenkel, den ich sofort spürte (Zecken spürt man ja nicht), sah auch nach, sah aber nichts Konkretes. Der Stich juckte auch dauernd. Kurze Zeit darauf bemerkte ich einen „Ausschlag“, der sich als Krätzmilben herausstellte. Wurde auch so behandelt und verschwand nach wenigen Tagen anstandslos. (Ich hatte schon mal Krätzmilben, kenne also die „Gänge“). 2 Monate später begannen Krämpfe im li Unterschenkel, weitere 2 Monate später die komplette Parese der beiden Gastrocnemiusköpfe, dann ein Lymphstau im li Unterschenkel. Ich wurde behandelt auf LWS-Problematik mit Physiotherapie. Erst der Neurologe machte Monate später versch. Tests und veranlasste endlich im November die Blutuntersuchung, weil er nicht mehr weiter wusste.
Meine Therapie: 3 Wochen Doxicyclin 200 1x tägl, in der 1. Woche zusätzlich Amoxicyclin.
Und sonst, ausser Schonung wegen dem Herz, gar nichts.
Jetzt habe ich vielfach gelesen, dass das nicht reicht. Was soll ich Ihrer Meinung nach tun????
Ich bin noch auf der Suche nach einem Arzt in Salzburg, der sich mit Borreliosebehandlung auskennt (ev. an ⅾ. Christian-Doppler-Klinik). Ich möchte dramatische Spätschäden vermeiden.
Therapieren Sie auch Patienten aus Österreich? Salzburg ist ja nicht weit weg.
Die Bienengift-Therapie habe ich auch in einem Aufsatz bei Dr. Klinghardt gefunden – hat mich sehr angesprochen.
Ist die ev. austauschbar gegen die Antibiotika-Therapie?
Sollte ich noch irgendwelche diagnost. Tests durchführen lassen?
Momentan weiß ich nicht recht weiter. Mein Hausarzt auch nicht.
Mit lieben Grüßen u. danke im voraus
Gerda T. Kainar
Hallo Frau Heyligenstädt,
Glückwunsch, daß Sie sich entschieden haben, eine naturheilkundliche Behandlung durchzuführen!
Die Kosten einer Behandlung mit Venex hängen davon ab, was (welche/r Körperteil/e) genau behandelt werden soll (muß), also von Umfang und Schwierigkeit. In der Regel wird das Mittel knapp unter die Haut „gequaddelt“, das sieht dann aus wie kleine Bienenstiche (Kosten ca. ab 15 Euro). Dazu kommen dann noch die Kosten des Medikamentes (Venex), die in der Regel zwischen 8 und 20 Euro liegen (pro Behandlung). In der Regel müssen Sie mit ca 50 Euro rechnen, es kann aber auch mehr und weniger sein. Eine mehrmalige Wiederholung ist üblich, zu Beginn nimmt man weniger Venex und steigert dann die Dosis.
mfg
Dr Beck
Hallo Herr Dr. Beck,
ich wurde 2002 wegen Borreliose behandelt.
Heut heißt es in einer neuen Blutuntersuchung,
Borrelien IgG CILA < 10
Borrelien IgM CILA positiv +
Borrelien IgM Immunblot negativ.
Ich fühle mich genau so schlecht wie vor 2002
da war der Wert 190 . Bei jeder Blutuntersuchung wird mir gesagt das die Werte wie bei einer Neuansteckung lägen behandelt wurde nicht mehr.
So, ich kann keine längere Zeit gehen, ein Buch halten um zu lesen ist nur mit ständigem Handwechsel möglich das Schreiben an Sie schmerzt in den Fingern. Mir fehlen die Wort beim sprechen im Kopf habe ich sie aber das aussprechen macht Mühe.Ich hatte lähmungen im Gesicht, rauhe Stimme lähmungen in Armen und Beinen. Ausdauertraining sollte ich machen doch wie? Wenn ich Fahrrad fahre auf ebener Strecke fast kein Problem aber wehe es geht auch nur einklitze klein wenig Bergauf dann muß ich runter vom Rad und warten das meine Muskeln wider weich werden weil sie Brett hart sind. In den Keller oder ein bischen anstrengen und ich japse nach Luft. Ja nach der Diagnose von meinen Ärzten bin ich Adipös also Fr. Rücksteiner nehmen sie ab hören sie mit rauchen auf treiben sie Ausdauersport und nehmen sie ab dann gehts ihnen gut. Ich bin 1,74 und wiege 84,1 Kilo. Habe vor 2002 Hundesport betrieben und Leichtatletig Nun ist das alles nicht mehr möglich Mein Neurologe meinte er, hätte Borreliose viel schlimmer als ich und er stelle sich nicht so an. Ich habe keine ? Was habe ich dann? ich wurde zum Simulanten abgestemplt. Wenn ich jetzt zum Arzt gehe sage ich nicht mehr wer mein Hausarzt ist und von Borreliose spreche ich normal nicht mehr. Was könnte ich machen damit es mir besser geht? Denn so wie jetzt, ist das Leben nicht mehr schön.
Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihr Ohr
Ursula Rücksteiner
Liebe Frau Rücksteiner
Ihre Frage und Ihre gesundheitliche Problematik ist wirklich ziemlich umfangreich. Sie haben da ja ein echtes Problem. Wenn Sie sich aber umhören, werden Sie feststellen, daß es vielen Patienten mit Ihrer Krankheit so ähnlich gegangen ist. Das ist also gar nicht selten!
Nun, was können wir tun: zum ersten müssen Sie sich selber gut informierten, dafür können Sie auch meine Eintragung nochmal nachlesen, da steht das Wichtigste drin.
Wenn es dann um die praktische Umsetzung geht, wird es kompliziert, weil zum einen jeder Mensch und jede Krankheit anders ist und das natürlich bei der Behandlung berücksichtigt werden muß.
Zum anderen stellt sich ein rechtliches Problem: ohne ein persönliches Arzt-Patienten Verhältnis ist eine Behandlung/Beratung auch rechtlich nicht zulässig. Ich darf also nur allgemeine Grundlagen darstellen, aber keine individuelle Behandlungsvorschläge/Beratung machen.
FAZIT: informieren Sie sich ausführlich. Wenn Sie das getan haben, können Sie gern auch einmal einen (einmaligen?) Besprechungstermin in der Praxis ausmachen.
ALles Gute!
mit den besten Grüßen
Dr Thomas Beck