
Nachdem Procain ein lokales Betäubungsmittel ist, kann es die Region, in der es angewendet wird, vorübergehend “taub” machen – und damit die Schmerzempfindung ausschalten.
Wir wenden das häufig an zB bei Rückenschmerzen, Gelenkbeschwerden, Kopfweh und Migräne, Arthrose, Rheuma etc…
Mit der Procain- Basen- Infusion kann man sehr elegant eine tiefgehende, ursächliche Schmerzbehandlung und Entsäuerung im gesamten Körper erreichen.
Das ist sehr günstig zB bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, Immunologischen Problemen, Arthrose, MS und auch zur allgemeinen Stoffwechselaktivierung und Entgiftung (“Detox”).

Procain hat als Medikament eine direkte Wirkung auf die Zellen in der Umgebung: diese erhalten mehr Energie und können Ihre Arbeit dadurch besser verrichten- vielleicht so ähnlich wie das Aufladen einer Batterie.
Deshalb zählt Neuraltherapie zu den grundlegenden “revitalisierenden oder regenerativen Verfahren“. Viele Patienten kommen zunächst zur Schmerzbehandlung und stellen dann überrascht fest, daß Sie ausgeglichener sind (vegetatives Nervensystem) und viel mehr Energie haben…
Um das vegetative Nervensystem VNS zu erreichen, wird Procain in die Umschaltstellen des VNS injeziert, in der Regel an den Solar plexus auf der Bauchseite und an die Nebennieren bzw. an den Grenzstrang (N. Symphaticus) am Rücken.
Dadurch kommt es zu einer sehr tief gehenden Entspannung des VNS, zu einem Ausgleich: die permanente stressbedingte Überspannung (Sympatico-Tonus) geht zurück- und der Mensch kommt wieder zurück in das gesunde Wechselspiel zwischen Anspannung und Lösung.
Neuraltherapie hat eigentlich nichts mit Neurologie (Nervenheilkunde) zu tun. Bei Neuraltherapie wird ein Medikament: meist “Procain” an bestimmte Stellen injeziert, um dort gewünschte Wirkungen auszulösen.
Die Neuraltherapie wurde in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts von den Gebrüdern Ferdinand und Walter Huneke entdeckt und zählt zu den Naturheilverfahren.
In grundlegenden Forschungen hatte u. a. Prof. Speranski (1936) die Bedeutung des vegetativen Nervensystems erkannt und die „Neural-Pathologie“ begründet, woraus dann der Name „Neural-Therapie“ entstand.
Es geht um die Wiederherstellung und Unterstützung der Selbstregulation des Organismus, die z. B. durch Störfelder wie Narben gestört sein kann. Grundprinzip ist die Injektion eines lokalen Betäubungsmittels meist 1% Procain (= Novocain) an bestimmte Stellen, wobei verschiedene Ziele erreicht werden sollen:
Hierbei wird das Procain direkt dorthin gespritzt, wo es weh tut, also z. B. am Rücken in die Muskeln, welche die Dornfortsätze umgeben. Man nennt dies auch „therapeutische Lokalanästhesie“ (TLA). Diese (sehr kurz andauernde) lokale Betäubung (Anästhesie) kann oft schon den Teufelskreis des Schmerzgeschehens durchbrechen (Schmerz führt zur Verkrampfung, dies führt zu verminderter Durchblutung mit Übersäuerung und dies führt wieder zu Schmerz) und damit die Schmerzursache beseitigen.
Procain erweitert außerdem die Gefäße, d. h. es strömt mehr Blut in die behandelte Region, viele Patienten haben ein Wärmegefühl oder ein Gefühl von Leichtigkeit (z. B. sehr gut bei Diabetes mellitus-bedingter Durchblutungsstörung oder bei “Myogelosen” Muskelschmerzen aufgrund von Verspannungen).
In der Medizin sind die sogenannten „Headschen Zonen“ bekannt: Während der Embryonalentwicklung entstehen die Anlagen für innere Organe aus der gleichen Region wie bestimmte Muskeln am Rücken. Nun kann man umgekehrt über diese Muskelareale auf der Rückenhaut auch die dazugehörigen inneren Organe behandeln.
Dies ist eine der aufsehenerregendsten Entdeckungen der Gebrüder Huneke. Bei der Behandlung einer vernarbenden Knochenhautentzündung am rechten Schienbein verschwanden völlig überraschend auch Beschwerden an der linken Schulter. Hier hatte eine Narbe als sogenanntes „Störfeld“ die normale Grundregulation des Organismus derart nachhaltig gestört, dass der Schulterschmerz die Folge war. Erst durch das „Ausschalten“ des Narbenstörfeldes konnte die normale Regulation wieder stattfinden. Wir stellen diesen Effekt der Beschwerdeauslöschung binnen Sekunden auch bei der Injektion in die Vene der Ellenbeuge fest.
Das vegetative Nervensystem steuert alle unbewusst ablaufenden Vorgänge im Körper, wie Verdauung, Herzschlag etc. Deshalb heißt es auch „autonomes“ Nervensystem. Es besteht aus zwei Anteilen, dem Sympaticusnerven (wird aktiviert bei Streß und Anspannung) und dem Parasympaticusnerven (wird aktiviert bei Ruhe und Erholung, auch Vagus-Nerv genannt). Mit Procain kann nun das vegetative Nervensystem direkt behandelt werden. Procain wirkt sympatholytisch, d. h. dämpfend auf die Wirkung des Nervus Sympathicus, der „überspannte Streßnerv“ wird gelöst. Das bedeutet, dass die Selbst-Steuerung der Gewebe erleichtert wird, das vegetative Nervensystem kann seinen Aufgaben leichter nachkommen. Zusammengefasst: Procain wirkt also über die Nervenfasern des vegetativen Nervensystems und löst die „Sympathikusverkrampfung“. Damit wir die Selbstheilung erleichtet bzw. ermöglicht.

Wer kennt das nicht, das Gefühl, abgespannt zu sein, müde und ohne Schwung. Mit Procain können den Zellen elektrische Ladungen zugeführt werden, vergleichbar mit einer Batterie, die aufgeladen wird. Der Mechanismus läuft über die Mitochondrien, die „Kraftwerke“ der Zellen. Procain stimuliert ein
wichtiges Enzym (Cytochrom P-450), welches an der Energiegewinnung in den Zellen (über ATP) direkt mitwirkt; die Zelle kann somit leichter ATP herstellen.
Das hat den Effekt wie das „Aufladen einer Batterie“ oder mehr „Schwung unter den Flügeln“ zu haben. Die Widerstandskraft und die Spannkraft erhöhen sich, man ist “fitter” und wird weniger leicht krank. Frau Prof. Dr. Aslan, eine rumänische Ärztin, hat diese Therapierichtung als “ASLAN KUR” in den siebziger Jahren bekannt gemacht, sie gilt heute noch als „Jungbrunnen“ z. B. für Filmstars.
Prof. Dr. Ana Aslan, Bildquelle: http://www.ecouri.go.ro/
Sehr selten kommt es zu Unverträglichkeiten, die meistens auf das gesetzlich vorgeschriebene Konservierungsmittel in den Durchstichfläschchen zurückzuführen sind. In diesem Fall können wir als Alternative Lidocain einsetzen. Manchmal entsteht bei der Injektion ein Hämatom, ein „blauer Fleck“, der sich aber von selbst zurückbildet. Selten kommt es zu einem Gefühl wie bei einem Muskelkater oder ein Zerschlagenheitsgefühl wie bei einer Grippe. In der Naturheilkunde ist das ein bekanntes Phänomen und wird oft auch “Erstreaktion” genannt- gewissermaßen ein Zeichen, daß man ins Schwarze getroffen hat und der Körper massiv arbeitet.
Wenn wir größere Mengen von Procain verwenden, entsteht oft ein Gefühl von Benommenheit wie nach einigen Gläsern Champagner für circa eine viertel Stunde. Deshalb immer eine Ruhepause von mindestens einer halben Stunde nach der Behandlung einplanen und am gleichen Tag nicht selbst mit dem Auto fahren! Schwerere Nebenwirkungen sind bei richtiger Anwendung der Neuraltherapie extrem selten. Dabei könnte es sich um Irritationen von Nerven, Gefäßen oder Organen durch die Injektionsnadel handeln. Aber auch diese bilden sich in der Regel von selbst zurück. Falls bei ihnen wider Erwarten doch einmal eine Nebenwirkung auftreten sollte, sagen sie uns bitte Bescheid, damit wir ihnen weiter helfen können.
Procain wurde 1905 entdeckt und wird seitdem in der Medizin eingesetzt. Richtig angewendete Neuraltherapie ist ein äußerst nebenwirkungsarmes Verfahren. Procain ist unter anderem auch deshalb als lokales Betäubungsmittel so beliebt, weil es eine sehr kurze Halbwertszeit (die Zeit, in der die Hälfte des Mittels schon nicht mehr wirkt) von nur wenigen Minuten hat. D. h., die Wirkungen (und damit auch mögliche Nebenwirkungen) sind normalerweise spätestens nach einer halben Stunde beendet, das Mittel ist somit hervorragend steuerbar. Procain wirkt also: schmerzhemmend, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, sympathicuslösend, energiezuführend.